Isack Hadjar betritt das, was viele als den herausforderndsten Platz in der Formel 1 betrachten, doch er könnte der Schlüssel sein, um eine Reihe von Fahrerproblemen bei Red Bull Racing zu durchbrechen. Guenther Steiner, der ehemalige Teamchef von Haas, hat angedeutet, dass der französische Fahrer möglicherweise einen entscheidenden Vorteil gegenüber seinen Vorgängern hat, die in der Drucksituation neben dem amtierenden Champion Max Verstappen gescheitert sind.
Seit dem Weggang von Daniel Ricciardo aus Red Bull Ende 2018 hat das Team eine rotierende Tür von Fahrern erlebt, wobei nur Sergio Perez es geschafft hat, mehr als zwei Saisons zu bleiben. Perez‘ vierjährige Amtszeit steht im krassen Gegensatz zu den Schicksalen anderer wie Alex Albon, der nur eineinhalb Saisons durchhielt, und Yuki Tsunoda, der nur 22 Rennen absolvierte. Liam Lawson hatte einen noch härteren Bruch mit nur zwei Rennen im heißen Sessel. Diese Bilanz wirft Fragen auf und bereitet den Boden für Hadjars Eintritt.
Doch hier wird es interessant. Die jüngste Überarbeitung der Chassis- und Motorenregeln hat Hadjar eine einzigartige Gelegenheit geboten – eine saubere Ausgangsbasis. Steiner betonte diesen Punkt und sagte: „Ich glaube, Hadjar ist ein wirklich guter Rennfahrer. Und zweitens hat er den Vorteil der neuen Regelungen. Das ermöglicht ihm, mit Max von vorne zu beginnen.“ Diese Perspektive deutet darauf hin, dass Hadjars Timing nicht besser sein könnte, selbst nach seinem relativ kurzen Aufenthalt bei den Racing Bulls.
Historisch gesehen hat Red Bull seine Fahrzeugentwicklung an Verstappens Vorlieben angepasst, wodurch neue Fahrer im Nachteil waren. Hadjars Neuanfang bedeutet jedoch, dass er nicht durch das Erbe vergangener Designs eingeschränkt ist. Steiner wies darauf hin, dass sowohl Lawson als auch Tsunoda vor der Herausforderung standen, sich an ein Auto anzupassen, das mit Max‘ Stil im Hinterkopf entworfen wurde. „Lawson und Tsunoda wurden jedoch in ein Auto gesetzt, mit dem Max viel Erfahrung hatte, und sie konnten nicht schnell aufholen. Darüber hinaus war das Feld so eng beieinander,“ bemerkte er. Hadjar hingegen ist in der Lage, entweder zusammen mit dem neuen Auto zu wachsen oder möglicherweise dessen Entwicklung in eine Richtung zu lenken, die ihm entspricht.
Steiners Vision für Red Bull ist klar: Sie sind auf der Suche nach dem nächsten großen Talent, jemandem, der der Herausforderung gewachsen ist und vielleicht nahe an Verstappens legendärem Status herankommen kann. „Das Motto muss sein, dass Red Bull ein Talent findet, das sie für fast so gut wie Max halten,“ erklärte er. Während sich das Augenmerk auf Hadjar richtet, wird die Formel-1-Welt gespannt beobachten, ob er diesen „Vorteil“ nutzen und ein erfolgreiches Erbe in einem Sitz schaffen kann, der sich als ebenso gnadenlos wie begehrt erwiesen hat. Das Rennen ist eröffnet, und Hadjar könnte genau das Zeug haben, um das Blatt für Red Bull Racing zu wenden.


