Aston Martin ist auf der Suche nach einem neuen Teamchef für die Formel 1, mit dem Ziel, Adrian Neweys Fokus vollständig auf technische Angelegenheiten zu verlagern. Im Rampenlicht steht eindeutig Audi’s Jonathan Wheatley, der als Hauptziel für die Rolle identifiziert wurde. Seit seinem Eintritt bei Aston Martin als Managing Technical Partner im letzten Jahr hat sich Newey als eine zentrale Figur innerhalb der Organisation etabliert, nur hinter dem Vorsitzenden Lawrence Stroll in der Hierarchie.
In einer bedeutenden Umstrukturierung Ende 2025 übernahm Newey die Rolle des Teamchefs nach dem Weggang des ehemaligen CEO Andy Cowell, eine Entscheidung, die aus Neweys unbestreitbarem Einfluss innerhalb des Teams resultierte. Es war jedoch von Anfang an klar, dass Newey hauptsächlich einspringen wollte, um eine Lücke zu füllen, anstatt die Position mit Begeisterung zu beanspruchen. Sein Engagement beim Saisonauftakt beim Großen Preis von Australien verdeutlichte diese Ambivalenz, da er die Medienaufgaben übernahm, aber während des Großen Preises von China beschloss, remote zu arbeiten, was auf eine Vorliebe für seine Hauptrolle im Design gegenüber der Führung hinweist.
Derzeit steht Mike Krack, Aston Martins Chief Trackside Officer und ein weiterer ehemaliger Teamchef, als die prominenteste Figur auf der Strecke da, die das Team öffentlich repräsentiert. Neweys Fokus bleibt auf den technischen Aspekten des Rennsports, insbesondere da Aston Martin mit einer herausfordernden Debütsaison neben seinem neuen Motorpartner Honda kämpft. Das erste Chassis, das unter Newey entworfen wurde, hat erhebliche Probleme gehabt, hauptsächlich aufgrund eines Honda-Motors, der sich sowohl als leistungsschwach als auch als unzuverlässig erwiesen hat. Folglich hat es keines der Aston Martin-Fahrzeuge geschafft, bei den ersten beiden Grand Prix-Veranstaltungen in den oberen Rängen zu finishen.
Cowell hat nun die Aufgabe, Honda und andere technische Partner wie Aramco und Valvoline in seiner etwas vagen Rolle als Chief Strategy Officer zu vereinen. Unterdessen widmet sich Newey einem ehrgeizigen Entwicklungsplan und betont vehement, dass das AMR26-Chassis in dieser Saison als eines der besten in der F1 hervorgehen kann. Es sind jedoch Spekulationen aufgekommen, die darauf hindeuten, dass Stroll möglicherweise beginnt, Neweys Führung in Frage zu stellen, trotz der Zusicherungen, dass Newey in seiner Doppelrolle als Teamchef und leitender technischer Partner bleiben wird. Ein Sprecher von Aston Martin hat entschieden erklärt, dass Newey „das Team weiterhin als Teamchef und leitender technischer Partner führt“ und betont, dass sie sich nicht an medialen Spekulationen über ihre Führungsstruktur beteiligen werden.
Trotz dieser Behauptungen ist das Fehlen eines soliden Teamleiters eine eklatante Schwäche in der Hierarchie von Aston Martin. Das Team hat eine Reihe von Managementinstabilitäten und Umstrukturierungsmaßnahmen erlebt, insbesondere unter der Führung von Cowell und Newey, was zu einer top-heavy Organisation geführt hat. Es besteht ein dringender Bedarf an einer konsistenten und respektierten Verbindung zwischen Management und Rennteam – jemand, der bereit ist, mit den Medien zu kommunizieren und Promotionsaufgaben zu übernehmen. Aston Martin benötigt nicht nur einen Projektleiter; es braucht dringend einen engagierten Teamchef für das Rennteam.
Wheatley, der im vergangenen Jahr zu Audi wechselte, als sich das Unternehmen in ein Werksteam verwandelte, passt perfekt in dieses Profil. Er hat zuvor als einer der leitenden Mitarbeiter von Red Bull Racing an der Strecke hervorragende Leistungen erbracht und wird als gut geeignet für die Rolle angesehen, die Aston Martin zu besetzen sucht. Berichten zufolge fühlt sich Wheatley von der Idee angezogen, nach seiner Verlagerung in die Schweiz in das Vereinigte Königreich zurückzukehren, was eine Herausforderung für die Sauber-Operationen von Audi darstellte.
Der Zeitrahmen für Wheatleys möglichen Wechsel bleibt ungewiss, insbesondere hinsichtlich etwaiger vertraglicher Verpflichtungen, die ihn für einen längeren Zeitraum bei Audi halten könnten. Eine signifikante Gartenpause könnte bedeuten, dass Newey weiterhin als amtierender Teamchef bis zum Ende von 2026 fungiert, während Krack ihn in einer trackseitigen und medienorientierten Funktion unterstützt. Audi hat die kursierenden Gerüchte zur Kenntnis genommen, sich jedoch mit dem Kommentar zurückgehalten: „Wir sind uns der aktuellen Medienberichte bewusst. Es gibt derzeit kein offizielles Update von unserer Seite und wir kommentieren keine Spekulationen.“
Während sich das Drama entfaltet, bleibt die Zukunft der Führung von Aston Martin ein heißes Thema, wobei sowohl Fans als auch Analysten gespannt darauf sind, wer letztendlich dieses Team zurück in die wettbewerbsfähige Form in der hochoktanigen Welt der Formel 1 steuern wird.


